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     Kaiserhof
Ein kleines Paradies für Mensch und Tier
© Kaiserhof 2018

Der Kaiserhof trifft auf die

Solidarische Landwirtschaft

( SoLaWi)

oder auch: Sonja lacht wieder

Die Idee: Sich die Ernte teilen, miteinander profitieren, mitbestimmen und Verantwortung übernehmen, einen Bezug zum „EIGENEN HOF“ und „meinem Bauern“ sowie „unserem Biogarten“ haben. Der 1. Informationstag mit Presse hier… Die Motivation: Die Menschen kennen, die uns ernähren, erscheint heute in Deutschland als eine romantische, fast utopische Idee. Alles im Laden ist bunt verpackt, weiterverarbeitet und mit Zusatzstoffen angereichert. Fleisch wird unter Schutzatmosphäre angeboten, nicht mehr als Tier erkennbar sondern anonym und „steril“. Wie es gelebt hat und was es genau gefressen hat möchte man lieber nicht so genau wissen.  Es ist so sagenhaft billig, dass die Hälfte gleich wieder im Müll landet. Ist uns das wirklich alles egal ? Wir vom Kaiserhof sind stolz auf unsere Kühe, wir mögen sie sehr. Vor zehn Jahren haben wir einen neuen, modernen Stall gebaut. Solide, großzügig für die Kühe aber ohne teuren  Schnickschnack. Die Liegeboxen sind mit Stroh und Pferdemist eingestreut und von Frühling bis Herbst dürfen alle zusammen die ganze Nacht auf riesige Weiden. (Tagsüber sind sie wegen der Insekten lieber im kühleren Stall). Für das Melken und Füttern der etwa 100 Kühe und Jungtiere braucht es viel Zeit, auch an Wochenenden und Feiertagen.  Jeden Tag die Liegeboxen einstreuen und die Zwischengänge abschieben ist zum Wohle der Tiere obligatorisch. Die Wasserbecken säubern und Futter nachschieben sind für die Gesundheit der Tiere lebenswichtig. Dazu kommt die Beobachtung und nach Bedarf die Hilfe beim Kalben, das besamen der Kühe oder zum Bullen bringen. Von Frühling bis Herbst die Weideherden besuchen, Wasser bringen, wenn nötig zufüttern. Schutzzäune erstellen, laufend kontrollieren und bei Bedarf reparieren. Das  Heuen von über 800 Rundballen, Gras und Mais silieren, Getreide und Stroh bergen, Mist und Gülle ausbringen. Da ist es klar, da sind drei Leute von Montag bis Sonntag gut Vollzeit beschäftigt. Jedoch, das Geld reicht nur für eine Vollzeitstelle, dafür arbeiten zwei (Joachim und Sonja) gratis – ist ja unser Hobby!? - wir wollen das ja so! Wollen wir das wirklich – und wie lange noch? Das alles schaffen wir nicht alleine – dafür kommen Lohnunternehmer, die fair bezahlt werden wollen, ebenso der Tierarzt, der Kraftfutterlieferant, die Werkstatt, welche die Maschinen repariert. Hinzu kommen Kosten für Dünger, Mineralfutter, Zins und Tilgung, Strom, Wasser, Diesel u.a. die Liste ist lang.
Da bleibt die Frage, Warum tun wir uns das an In den letzten zwölf Jahren gab es milchtechnisch nur gerade mal drei Jahre, in denen wenigstens noch ein Lohn „gedeckt“ war (nicht nur auf dem Kaiserhof – sondern auf allen Milchviehbetrieben Deutschlandweit!) Sonja war angesichts dieser Tatsache so was von sauer! Nicht auf die Kühe – die konnten ja nichts dafür. Auch nicht auf den Mann (der die Kühe immer behalten wollte) – denn das verstand sie genau!  Wehe, wenn ihr jemand die Pferde wegnehmen würde - ganz schlechte Option. Wir sind sauer auf den Handel - die allmächtigen Discounter, die mit den Molkereien - und damit mit den Bauern machen können was sie wollen. Nach außen das „Land lieben“ – die Landwirte mit Cent-Beträgen angeblich „unterstützen“ aber in Wirklichkeit werden alle Lieferanten wie Zitronen ausgepresst. Wir sind aber auch sauer auf die „lieben Konsumenten“ die zwar keine Massentierhaltung wollen aber zu 95 % das billigste kaufen eben genau diese „billiger geht immer – Mentalität“ unterstützen. Wir können nicht begreifen, dass unzählige Dinge wirklich „wichtiger“ sein sollen als gesunde, regionale Lebensmittel – weil ja damit auch Umwelt – und Tierschutz maßgeblich beeinflusst werden. Dass es wirklich vielen Konsumenten völlig egal ist wo ihr Essen herkommt, was es enthält und wie die Tiere vorher gelebt haben, ist unvorstellbar. Wie es mit den Kühen auf dem Kaiserhof weitergeht Warum denn nicht endlich die Kühe verkaufen? Nicht mehr jeden Tag um sechs Uhr Morgens und Abends melken, zehn Stunden arbeiten, sondern mal ein Wochenende frei haben oder mal zwei Wochen Urlaub mit der Familie machen. Finanziell würde sich gar nichts ändern - im Gegenteil - von den Pensionspferden und den Kinderreitferien leben wir gut, dazu käme noch einiges an Heu und Stroh für Schweizer Pferdebetriebe sowie Mais und Getreide, das wir zu einem guten Preis an eine Biogasanlage verkaufen könnten. Auch eine Biozertifizierung gäbe wahrscheinlich gutes Geld. Ja warum sind wir „Kaiserhöfler“ denn so doof und machen trotzdem weiter?! Wir lieben unsere Kühe sehr. Wir glauben an „unsere Leute“ – denen eben nicht egal ist woher Gemüse, Milch und Fleisch stammen. Wenn wir aufhören, verändert sich nichts. Die Milch wird von anderen Landwirten geliefert, je grösser die Betriebe werden, desto erpressbarer sind sie. Man kann den Kühen eben nicht einfach das Euter zubinden wenn der Milchpreis nicht mehr kostendeckend ist! Große Betriebe sind nicht automatisch schlechter für das Tier. Der Betrieb ist gut organisiert, das Futter ausgewogen und der Betriebsleiter weiss, dass nur gesunde Tiere für längere Zeit eine gute Leistung erbringen können. Bald ist aber der Betrieb so groß, dass die Kühe keine Weide mehr sehen, und das finden wir sehr schade. Wenn es aber eine „Gegenbewegung“ gibt zum Hamsterrad dann wollen wir diese Nutzen und weiterverbreiten.
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SOLAWI auf dem Kaiserhof 15. September - Ernte abholen Erntefrisch - und sehen wo und wie es wächst!
Familie Kaiser - Zu den Höfen 68 - 79771 Klettgau Bühl - 07742 7680